WINTER

Streusalz darf ich kaufen wie Brötchen. Sackweise, ganz legal. Benutzen? Bloß nicht. Der Umwelt zuliebe. Sonst drohen bis zu 10.000 Euro Strafe. 
Die Kommune hingegen kippt tonnenweise Salz auf Straßen und Plätze. Dort heißt es nicht Umweltsünde, sondern „Verkehrssicherungspflicht“. Gleiches Salz, gleiche Umwelt – andere Regeln. 

Liege ich krank im Bett, vor dem Haus Eis und Rutschbahn, darf ich kein Schild aufstellen: „Eingeschränkter Winterdienst“. Krankheit kennt das Gesetz nicht. Haftung schon. Der Privatmann muss funktionieren – egal ob Fieber, Bandscheibe oder Krankenhaus.

After a snowfall, a person rakes and removes snow in front of his house. Emergency, snowfall

Der Staat streut Salz, ich streue Verantwortung. Der Bauhof erklärt Sicherheit, der Bürger erklärt sich schuldig. Umweltschutz ist wichtig, keine Frage. Aber er wirkt seltsam einseitig. Privat verboten, staatlich notwendig. Der Bürger haftet, die Kommune entscheidet.

Willkommen in Deutschland – wo Regeln nicht falsch sind, sondern nur unterschiedlich gelten.

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