Einige Tage schon machte ich mit einem dicken „Ei“ am linken Ellbogen herum. Es tat nicht weh, sah aber auch nicht gut aus. Lange war ich ja der Meinung, dass es auch wieder verschwinden würde. Tat es aber nicht….


Am Silvestermorgen fing das genannte Ei an zu pochen und die Haut war völlig gespannt. Nach etwas herumdrücken und massieren war plötzlich ein gelber Punkt zu sehen, was ja auf Eiter schließen ließ. Und tatsächlich, bei genauerer Inspektion sah man auch eine kleine Öffnung, aus der sich das Sekret herauslief. Selbst da nahm ich es noch nicht allzu ernst und wickelte erstmal eine Mullbinde um das Gelenk. Das half allerdings nicht viel und der Dreck drückte sich durch.
Nach einigem Zureden erklärte ich mich dann halt doch dazu bereit, ins nächstgelegene Krankenhaus zur Notaufnahme zu fahren, da es ja ein Sonntag war und normale Praxen geschlossen sind.. Die sollten sich das ansehen, den Eiter herausdrücken und wieder zunähen. Dachte ich mir so.
Nach 3 Stunden Wartezeit kam ich dann zur Untersuchung dran. Der zuständige Arzt besah sich das und setzte erstmal eine Infusionskanüle am Handrücken an. Die anschließende Diagnose lautete dann „Schleimbeutelentzündung“.


Um es abzukürzen: Er machte mir erstmal klar, dass ich im Krankenhaus bleiben müsse und fragte, ob ich schon Sachen mitgebracht hätte. Ich protestierte natürlich energisch und sagte, dass ich nicht hierbleiben würde, da zuhause das Haus voll mit Gästen sei. Das war ihm aber egal und er machte mir die möglichen Folgen auf meine und anderer Gesundheit klar. Nach einigem Hin und Her einigten wir uns, dass ich nochmal kurz nach Hause ginge, einige Dinge einpacke und zwei Stunden später wieder käme. So geschah dann es auch.
Das Krankenhaus war ziemlich leer und so wurde ich als einziger Patient in ein 3-Bettzimmer gelegt, was mir aber sehr gelegen war. Ich rechnete eh mir späten weiteren Belegungen in der Nacht.
Naja, um Mitternacht stand ich dann halt allein am Fenster und schaute mir das Feuerwerk von da aus an. Ein paar Telefonate noch und dann ab ins Bett….
Irgendwann gegen 2 kam dann eine Schwester, nahm Blut, hängte Infusionsflaschen an und sagte mir ganz beiläufig, das ich um 8 Uhr operiert werden würde. Na prima, dachte ich mir, hoffentlich hat der Arzt nicht zu lange gefeiert.

Im OP wurde ich dann von 4 Leuten empfangen. Als Narkose wollte ich eine Vollnarkose, will niemanden hören oder sehen. Das war es dann was ich aus dem OP erzählen kann, der Rest ist mir unbekannt.
Aufgewacht bin ich dann wieder in meinem Krankenbett. Das Zimmer hatte ich immer noch exklusiv für mich (was auch den ganzen Aufenthalt so blieb).
Bei der ersten Visite fragte ich mal nach, wann ich denn wieder heimgehen könne.
Die Antwort hat mich fast umgehauen: in 5 Tagen! Also Freitag…
Okay, die Woche ging dann doch flott um, ich hatte ja Laptop, Tablet und Handy dabei. Bis auf die ständigen Untersuchungen war das also völlig entspannt.
Und doch war ich froh als es endlich Freitagmorgen war und ich entlassen wurde.

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