Niemand geht gerne in ein Krankenhaus, schon gar nicht in die Notaufnahme an einem Silvesternachmittag. Auch ich nicht, allerdings wurde ich dazu gedrängt…
Monate vorher schon hatte ich so ein merkwürdiges „Ei“ am linken Ellenbogen, das sich nach ärztlicher Untersuchung als Schleimbeutelentzündung herausstellte. Als Maßnahme wurde mir empfohlen, den Arm ruhigzustellen und zu kühlen. Okay, das machte ich ja auch paar Tage, eine Besserung erfolgte aber nicht. Irgendwann gewöhnt man sich dran und die Schmerzen unterdrückte ich mit IBU.
So ging das immerhin ein paar Wochen lang.
Das Dumme war nur, das dieses Ei immer größer und größer wurde und sich erkennbar mit irgendwas füllte. Und das ausgerechnet in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr, also unsere Dorfpraxis geschlossen hatte. Also war die Absicht, es die paar Tage auch noch mitzuschleifen und nichts zu unternehmen.
Für den Silvesterabend hatte sich mein Bruder und seine Frau bei uns angemeldet, wollten gemeinsam ins neue Jahr rutschen. Irgendwann fragte mich mein Bruder, was das für ein gelber Punkt an der Spitze von diesem Ei sei. Ich drückte da leicht herum, als plötzlich ein bißchen Eiter herauslief. Also erstmal einen Mullverband angelegt. Der nutzte aber nicht mehr viel. Also nach eindringlicher Beratung ab in die Notaufnahme zur Begutachtung.
Nach einer mehrstündigen Wartezeit dort wurde dann doch das Ei untersucht und die Diagnose „Bursitis olecrani“ gestellt, eine durchaus häufig vorkommende Schleimbeutelentzündung.

Der behandelnde Arzt erklärte mir dann so beiläufig, dass ich morgen sofort operiert werden müsste und deshalb gleich stationär aufgenommen werde. Darauf war ich ja nun gar nicht vorbereitet. Ich hatte ja keinerlei persönliche Dinge dabei, nicht mal ein Ladekabel fürs Handy. Also machte ich erst mal klar, dass ich nochmals nach Hause fahren werde, paar Sachen packen und dann wieder zurückkomme. Was dann auch nach kurzer Diskussion geschah.
So rückte ich dann am Silvesternachmittag mit einer Reisetasche mit persönlichen Dingen, meinem Laptop und einem Ladekabel im Krankenhaus ein. Zum Glück hatte ich ein Dreibettzimmer für mich alleine, konnte also meine Sachen ganz bequem verstauen. Paar Aufnahmeformalitäten, das übliche medizinische Prozedere und dann war ich allein im Zimmer und betrachtete später durchs Klinikumfenster das Silvesterfeuerwerk. Noch 3-4 Anrufe und dann ab ins Bett.
Um 4 Uhr wurde ich geweckt, ein junger Mann hatte sich 2 Finger weggesprengt und wurde zu mir ins Zimmer gelegt.

Neujahr! Um Punkt 8 Uhr wurde ich dann abgeholt und in den OP gebracht. Viel weiß ich nicht mehr, gleißendes Licht und bißchen SmallTalk mit dem Personal dort, das mich dann schlafen legte. Aufgewacht bin ich wieder im Zimmer, angeschlossen an den Galgen mit Infusionen und so Zeuch. Der junge Mann war verlegt worden und ich hatte das Zimmer wieder für mich alleine. War mir auch ganz recht so. Womit ich allerdings nicht einverstanden war, dass ich 5(!) Tage lang im Krankenhaus bleiben solle. Aber letztendlich kam es dann so.

Jeden Tag (und auch nachts) mehrmals Blutabnahmen, Wechsel von Infusionsflaschen und Verband, eigentlich nervte es alles nur noch. Zum Glück hatte ich ja meinen Computer dabei und konnte da die Zeit mit verbringen.
Also ich war heilfroh, nach diesen fünf Tagen die Klinik verlassen zu können. Die Wundversorgung erfolgte dann durch die heimische Praxis, was ja auch okay war.
Das war dann Silvester und Neujahr im Krankenhaus.
Muß ich nicht nochmal erleben….