Realitätsverlust

Die Bundesregierung leidet ganz massiv an Realitätsverweigerung. Anders ist es nicht zu erklären, wenn der Bundeskanzler ständig davon faselt, man dürfe das Land nicht ständig schlechtreden. „Kulturpessimisten, Untergangspropheten, Nöler, Nörgler und empörte Berufskritiker….alle wegtreten“ sagte er vor kurzem.
Und sein Vize Lars Klingbeil, nebenberuflich erfolgloser Finanzminister, stimmt zu. Aber diese Realitätsverweigerung führt unweigerlich in den Untergang.

Ist man in Deutschland unterwegs, hört man im Prinzip immer dieselben Geschichten. Besorgte Familienväter, die bei Bosch, BASF, Daimler, Siemens und so weiter und so fort, Angst vor der Zukunft haben, weil all diese Firmen in den nächsten Jahren zig-tausende Stellen in Deutschland abbauen wollen.

Stillgelegte Weinberge, ungemähte Wiesen, leerstehende Bauernhöfe bestimmen teils das Bild in den Flächenländern. Die bürokratischen Auflagen, widersinnigen Umweltschutzvorgaben, der Mindestlohn und die Dokumentationspflichten haben die Bewirtschafter zum Aufgeben gezwungen.

Kommt man durch die Dörfer, sieht man überall die vielen Gasthäuser, die seit langer Zeit geschlossen haben. Es mangelte ja weniger an Gästen, die sind in einer guten Dorfgemeinschaft immer da. Aber in einem Land, in dem Lohnkosten und Energiepreise ungebremst explodieren, Verwaltungsvorschriften und Bestimmungen ganze Bänder füllen, macht das wohl keinen Sinn mehr.

Auf dem erwähnten Weinberg und der Wiese werden irgendwann von schwarzen Photovoltaikplatten bedeckt werden und die Gasthäuser vielleicht zu lokalen Museen umgewandelt sein.

Deutschland muss dringend seine strukturellen Wettbewerbsbedingungen verbessern. Nur darin liegt der Schlüssel. Lohnkosten, Steuern, Abgaben, Energiekosten müssen radikal nach unten. Da gibt es kein Vertun und kein Drumherumreden mehr.


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